HOFFNUNGSWIND – EIN PROJEKT ZUR UNTERSTÜTZUNG VON KINDERN MIT BEHINDERUNG IN RUSSLAND

Von April 2007 bis März 2009 haben wir mit Fördergeldern von

Aktion Mensch & Renovabis

ein einmaliges Pilotprojekt in Samara starten können.

Das Projekt widmet sich der Unterstützung von geistig und körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen. Wir arbeiten dabei gezielt mit Initiativen zusammen, die Eltern darin bestärken, entgegen ärztlicher Empfehlungen ihre Kinder nicht in Heime zu geben, sondern in der eigenen Familie aufwachsen zu lassen. Unsere Partner in Samara sind “Edinij Mir” (unser langjähriger Projektpartner), “Parus Nadeshdij” (eine staatlich unabhänigige Elterninitiative) und das “Zentrum für spezielle Ausbilung Samara” (eine staatliche Einrichtung, die Weiterbildungen für Pädagogen anbietet).

Unser Anliegen ist es, in Russland nachhaltige Veränderungen im Umgang mit Menschen mit Behinderungen zu bewirken. Dabei ist es uns vor allem wichtig, die vorhandenen Kräfte und Ressourcen vor Ort zu nutzen.

Ein weiteres wichtiges Ziel von uns ist es, die Öffentlichkeit in Deutschland zu informieren, zu sensibilisieren und zu motivieren, sich für benachteiligte Menschen einzusetzen. Wir sehen uns als Initiative, die sich für Menschenrechte stark macht, die bei uns selbstverständlich sind, aber in Russland noch lange nicht eingehalten werden. Wir möchten mit unserem Projekt die Lebensbedingungen behinderter Kinder und Jugendlicher in Russland verbessern und sie dabei unterstützen ein selbständiges und gleichberechtigtes Leben zu führen. Unser Projekt ist ein Graswurzelprojekt, welches auf der untersten Ebene, bei den Eltern, den Pädagogen und der Bevölkerung, ansetzt. Durch eine sehr intensive Öffentlichkeitsarbeit, Weiterbildungs- und Informationsseminare für Eltern und Pädagogen, die Einführung neuer Therapiemöglichkeiten, der Schaffung von Therapieangeboten und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gemeinsam mit Freiwilligen möchten wir einen neues Bewußtsein schaffen für die vielfältigen Möglichkeiten im Leben eines behinderten Menschen und der Notwendigkeit die Entfaltung dieser Möglichkeiten zu unterstützen und zu fördern.

Von staatlicher Seite existieren kaum bis gar keine Therapieangebote, das Personal im Bereich Pflege und Betreuung ist entweder hoch qualifiziert, aber überwiegend medzinisch ausgebildet oder gänzlich unqualifiziert. Es fehlt an praktisch orientierten Ausbildungsgängen und der Vermittlung neuer Therapieansätze und Methoden. Entwicklungen gehen häufig von einzelnen Initiativen aus, die oft von ausländischen Organisationen unterstützt werden. Sozial- und Sonderpädagogik wie sie in Deutschland bekannt ist, ist nicht vergleichbar mit dem russischen Äquivalent, welches da heißt Rehabilitations- bzw. Korrektionspädagogik. Innerahlb des Studiums gibt es weder einen direkten Bezug zur Praxis, noch werden die Pädagogen auf die Arbeit mit geistig und mehrfachbehinderten Menschen vorbereitet. Hinzu kommt, dass das vermittelte Wissen häufig sehr veraltet ist und sich immer noch an den Lehrinhalten der Defektologie orientiert.

Aus diesem Grund ist es uns neben der Förderung der Kinder und Jugendlichen vor allem wichtig, interessierte PädagogInnen weiterzubilden und zu qualifizieren.

WIE GEHTS WEITER?

Bis März 2009 haben wir in mehreren Kleingruppen zu je fünf Kindern erste förderpädagogische Arbeit in verschiedenen Räumen des Familienzentrums des Industriebezirkes in Samara leisten können. Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage von Eltern waren wir angeregt, über die zukünftige Entwicklung des Projektes neu nachzudenken. So haben wir uns gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort entschieden eine eigene Frühfördereinrichtung aufzubauen. Die Einrichtung soll im September 2009 eröffnet werden und zunächst Platz für 35 Kinder bieten, die Gruppen – und Einzelunterricht erhalten. In der Einrichtung werden 4-5 PädagogInnen arbeiten und verschiedene Angebote, von Förderpädagogik über Musiktherapie bis Logopädie machen.

Zur Zeit suchen wir nach geeigneten Räumlichkeiten, die wir für die vorgesehene Nutzung erwerben können. Anschließend werden wir die Räume mit Material zur Bewegungs- und Koordinationsförderung ausstatten.

Außerdem werden im September Fachkräfte aus Deutschland nach Samara reisen, um dort eine Weiterbildung mit russischen Fachkräften durchzuführen. Weiterhin wird es Gespräche mit

Ministerien und Behörden sowie Ausbildungseinrichtungen geben.

Möglich wird dieses Projekt durch die Unterstützung mit Geldern aus Deutschland.

Den größten Teil der Förderung übernimmt hierbei die Sächsische Jugendstiftung mit ca. 52.000 €, Gelder die von sächsischen Jugendlichen am sozialen Tag 2008 erarbeitet wurden. Dies ist eine jährliche Aktion der sächsischen Jugendstiftung unter dem Titel:

genialsozial – Sozialer Tag in Sachsen

Unser Projekt wurde dabei von den Jugendlichen 2008 für eine Förderung ausgewählt, wofür wir, auch im Namen unserer Partner in Russland

DANKE! sagen möchten.

Ein weiterer Geldgeber für das neue Projekt ist wiederholt AKTION MENSCH.

Für das uns entgegengebrachte Vertrauen möchten wir uns hier bedanken.


Auch Ihre Hilfe ist gefragt! – Werden Sie Fördermitglied!

- Sie leisten einen Beitrag zur Finanzierung von Therapieangeboten.
– Sie unterstützen die Durchführung von Weiterbildungen.
– Sie unterstützen unsere regelmäßigen Aktionen und Maßnahmen.

Jeder Euro kann viel bewegen!

Spendenkonto:

Eine Welt e.V. Leipzig

Sparkasse Leipzig

BLZ 860 555 92

Kto 1100104328

Verwendungszweck: Hoffnungswind

Möchten Sie mehr Informationen, dann schreiben sie einfach an Martina Glass – Koordinatorin des Projektes: martina.eineweltleipzig@gmail.com

Oder lesen Sie in unserem aktuellen Projektflyer: pdf

 

 

NEUIGKEITEN!

BENEFIZLAUF 2009

Am 25.6.2009 fand zum zweiten Mal ein Benefizlauf für das Projekt “Hoffnungswind” statt. Veranstaltungsort war zum wiederholten Male die Mittelschule Mölkau, die sich auch schon im letzten Jahr um die Organisation des Laufes kümmerte. Ein großer Dank geht an Frau Vogel und die Schüler aus der Vorbereitungsgruppe für die fleißige Arbeit im Vorfeld sowie an die knapp 100 Schüler, die sich an dem Lauf beteiligten.

Wie bereits im letzten Jahr, so suchten die Schüler auch in diesem Jahr wieder gemeinsam Sponsoren aus Mölkau.

Hierbei kamen im Vorfeld 525 € zusammen.

Neben den Schülern beteiligten sich auch einige freie Läufer, die gerne das Projekt unterstützen wollten. Hierbei kamen ebenfalls ca. 650 € zusammen.

Sponsoren waren hier unter anderem:

19 MitarbeiterInnen der Firma iabg aus Dresden mit insgesamt 160 €

Herr Tomislav Cutura mit 150 €

17 MitarbeiterInnen der Firma IPRO Leipzig mit insgesamt 83 €

Melanie und Ansgar Haller mit 50 €

sowie mit je 25 € Familie Bischof & Ziegner; Familie Ziegner; Familie Schlüter; Familie Schrödoltz; Antje Mitzscke, Michaela Maischner und andere….

Ein großes Dankeschön an ALLE SPONSOREN!


Aktuelles aus dem Projekt!

Fachforum & Weiterbildung für PädagogInnen in Russland

“Förderung von Menschen mit Behinderung in Russland – Chancen und Grenzen”

Runder Tisch SamaraVom 2.9. bis 8.9.2009 fand in Samara die zweite Weiterbildung für PädagogInnen, DefektologInnen, ErzieherInnen und andere interessierte Fachkräfte zum Thema “Förderung von Menschen mit Behinderung” statt. Gemeinsam mit vier Fachkräften aus Deutschland, reiste die deutsche Koordinatorin am 2.9.2009 nach Samara. Vortrag Christian RusslandDie Weiterbildungstage begannen zunächst am 3.9.2009 mit einem Runden Tisch an dem Vertreterinnen der Universität Samara/ Lehrstuhl für Korrektionspädagogik und verschiedene staatliche Einrichtungen sowie zwei nichtstaatliche Organisationen teilnahmen. Hier wurden zu Beginn die Ausbildungssysteme für FörderpädagogInnen bzw. Korrektions-pädagogInnen vorgestellt und anschließend die anwesenden Fördereinrichtungen und deren Angebote. Im folgenden Gespräch wurden die Vor- und Nachteile, Unterschiede und Gemeinsamkeiten des deutschen und russischen Systems diskutiert. Zum Ende des Gespräches war das Interesse einer weiteren Zusammenarbeit im universitären Bereich sehr groß.


Am Nachmittag desselben Tages begannen die Workshops. Angeboten wurden vier verschiedene Themen, in Blöcken zu je 4 bzw. 5 Stunden. Die Themen waren: Autismus, Musiktherapie, Diagnostik und Bewegung. Podium Russland

Insgesamt haben die ca. 60 TeilnehmerInnen 20 Stunden Weiterbildung zu einem Thema absolviert. Am Ende der Weiterbildung gab es ein sehr positives Feedback für die Fachkräfte aus Deutschland. TeilnehmerInnen aus dem Jahr 2008 berichteten zum Teil von ihren Erfolgen mit dem erlernten Wissen und zeigten Videos mit Aufnahmen von Maßnahmen.


Besuch Tschapaewsk RusslandAm 8.9.2009 reisten die deutschen Fachkräfte mit vielen Eindrücken und einer großen Zufriedenheit zurück nach Deutschland. Geplant ist eine weitere Weiterbildungsmaßnahme in Deutschland 2010. Hier werden die MitarbeiterInnen des Projektes zu einer zweiwöchigen Hospitation in verschiedenen Einrichtungen nach Leipzig kommen. Wir kooperieren hier weiterhin mit der Autismusambulanz Leipzig, der Ergotherapiepraxis von Benno Hundt, dem Lehrstuhl für Förderpädagogik der Universität Leipzig und dem Lehrstuhl für Grundschulpädagogik der Universität Leipzig.


Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei den deutschen Fachkräften: Heidemarie Bach (Autismusambulanz Leipzig), Gabriele Jesche (Autismusambulanz Leipzig), Christian Eichfeld (Lehrstuhl für Förderpädagogik) und Dr. Gunar Senf (Lehrstuhl für Grundschulpädagogik) für ihr Engagement in Russland bedanken!

Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben von der Stiftung West – Östliche Begegnungen!


ARBEITSBERICHT ZUM AUFBAU DER FRÜHFÖRDEREINRICHTUNG

September 2009

Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten bei der Suche nach passenden Räumlichkeiten und den gestiegenen Immobilienpreisen, haben wir jetzt das Passende für unsere neu entstehende Frühfördereinrichtung gefunden. Es handelt sich hierbei um eine Wohnung im Erdgeschoß eines Mehrfamilienhauses mit drei Zimmern, die unterschiedlich genutzt werden und einem Bad (sanitären Bereich). Die Räume müssen nun noch unseren Vorstellungen entsprechend gestaltet werden. Hierzu gehört zum einen das Entfernen jeglicher Tapeten in den Räumen und der folgende farbliche Anstrich. Die Sanitären Anlagen bedürfen zum Glück nur einer leichten Renovierung. Unterstützt werden unsere MitarbeiterInnen dabei von StudentInnen der Universität Samara.

Nach der Renovierung sollen die Therapiehilfsmittel und Einrichtungsgegenstände für den Aufenthaltsbereich und die beiden Arbeitsräume gekauft werden.

Oktober 2009

Im Moment herrscht sehr viel Aktivität in Bezug auf die Renovierung der Räumlichkeiten. Diese gestaltet sich doch schwieriger als gedacht, aber wir haben viel Unterstützung. In Deutschland sind wir im Moment dabei mit Unterstützung der Ergotherapiepraxis Benno Hundt eine Materialliste zusammen zu stellen. Außerdem ist vor einer Woche der neue Russlandrundbrief erschienen. Leider ist es im Moment nicht möglich ihn als download zur Verfügung zu stellen, aber er kann bei Interesse bei: sebastian@einewelt-leipzig.de angefordert werden.

November 2009

Räume Frühförderstelle unsaniert

Die Renovierung der Räumlichkeiten schreitet voran. Anfangs sah es eher nicht nach so viel Arbeit aus, aber diese dauern nun schon zwei Monate an. Hier ein paar erste Eindrücke vor der Renovierung, wir hoffen euch bald auch Bilder von den neuen Räumen zeigen zu können.

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