Freitag, 1. Juni 2018 – Ratstonne, Moritzbastei um 18 Uhr
MAFIALAND EUROPA – Wie lässt sich eine grenzenlose Mafia bekämpfen?
Ein Vortrag zur aktuellen Lage und Möglichkeiten des Widerstands.

»Die Mafia ist schon längst nicht mehr nur ein italienisches Problem sonder sie ist ein globales Phänomen, das ganz Europa und insbesondere Deutschland betrifft. Es ist an der Zeit offen darüber zu sprechen«.

Eine Welt e.V. und Italiani a Lipsia e.V. aus Leipzig präsentieren in Zusammenarbeit mit Mafia? Nein, Danke! e.V. aus Berlin die Veranstaltung »MAFIA-LAND EUROPA – Wie lässt sich eine grenzenlose Mafia bekämpfen?«. Im ersten Teil der Veranstaltung beleuchten Expertenvorträge die zentralen Themen der Verbreitung des Phänomens der Mafia als globale organisierte Kriminalität und der Strategien des Widerstands der Antimafia-Bewegung auf nationaler und europäischer Ebene und im zweiten Teil wird es die Raum für Fragen des Publikums und zur Diskussion mit den Experten geben.

Die Reichweite der Mafia umfasst verschiedene europäische Staaten, Deutschland eingeschlossen. So bezeichnet auch die Antimafia-Kommission des italienischen Parlaments das Land in ihrem letzten Bericht als mafiöses Einzugsgebiet, insbesondere von der kalabrischen ‘Ndrangheta. Die besorgniserregende Präsenz der ‘Ndrangheta in Deutschland ist vor allem durch die Operation „Stige“ Anfang Januar 2018 sichtbar geworden. Die Operation hat einen wichtigen Mafia-Clan aus Kalabrien und seine Verästelung in verschiedenen italienischen Regionen, in Deutschland und in der Schweiz zum Vorschein gebracht: Begünstigt wird die Flexibilität und die Anpassungsfähigkeit der ‘Ndrangheta vor allem durch im Vergleich zu Italien schwache und unzureichende Gesetzgebungen in den anderen europäischen Ländern in Bezug auf das Phänomen der Mafia. Beispielsweise erschwert das Fehlen spezifischer Gesetzesnormen außerhalb Italiens die Sicherstellung von (mafiösen) Gütern.

Die italienische Mafia hat heute die außerordentliche Fähigkeit sich der Gesellschaft anzupassen. Im Laufe der letzten Jahre haben die mafiösen Gruppierungen Geschäftsmöglichkeiten gesucht und ausgenutzt, die vor allem abseits ihrer angestammten Tätigkeitsgebiete liegen. Die Ansprechpartner der organisierten Kriminalität sind heutzutage Experten aus der Wirtschaft und der Politik, Akteure außerhalb der mafiösen Vereinigung, die im  sogenannten grauen Bereich agieren; das Vorgehen gegen die Gewalt wird dadurch offensichtlich immer sporadischer, was zu einer Stärkung der Korruption führt. Indem sie den legalen Wirtschaftskreislauf unterwandert, tritt die Mafia verstärkt als Unternehmen auf, um auf diese Art und Weise ihren Profit aus illegalen Geschäften zu reinvestieren und reinzuwaschen.

Die Entwicklung der Antimafia-Bewegung verläuft parallel zu der der Mafia, avancierte in den 90er Jahren zu einer der größten Bürgerinitiativen Italiens und entwickelte sich weiter zu einem weltweit agierenden Antimafia-Netzwerk, dessen wichtigster Vertreter die italienische Organisation Libera: Vereine, Zahlen und Namen gegen die Mafia ist. Nach dem Vorbild von Libera sind in vielen weiteren Ländern, wie auch Deutschland, ähnliche Initiativen entstanden.

Sandro Mattioli und Giulia Norberti von Mafia? Nein, Danke! e.V. Berlin werden über die Themen „Verbreitung der italienischen Mafia in Deutschland und ihren wirtschaftlichen und politischen Risiken“ und sowie „Mafia und Antimafia in Deutschland und in Europa“ referieren und Gabriele Fantoni von Eine Welt e.V. Leipzig zum Thema der „Geschichte der Antimafia-Bewegung“ in die Veranstaltung einführen.

Mit der freundlichen Unterstützung von Moritzbastei und SPE Aktivisten Leipzig

Freier Eintritt.

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