Freiwilligendienste und Anderer Dienst im Ausland
Freiwilligendienst in Russland/WELTWÄRTS in die Ukraine
1. Als Freiwillige/r oder Zivi nach Russland
Wir bieten seit 1999 Interessierten die Möglichkeit eines Freiwilligendienstes bzw. seit 2005 auch die eines Zivildienstes in Russland. Hierbei besteht die Möglichkeit in den laufenden Projekten mitzuwirken, aber auch durch Eigeninitiative neue Projekte anzuregen und zu entwickeln. Unsere Kontakte sind mittlerweile sehr vielfältig und das Aufgabenspektrum, welches wir anbieten wächst zunehmend. (Diese Stelle ist gelistet in der Datenbank des Arbeitskreises Lernen und Helfen in Übersee)
Unsere Schwerpunkte liegen in der Arbeit:
- mit Zeitzeugen/Invaliden
- Menschen mit Behinderungen/Beeinträchtigungen
- benachteiligten Kinder und Jugendlichen
Hierbei sind vor allem Empathie sowie betreuerische und handwerkliche Fähigkeiten gefragt. Die Mitarbeit in den einzelnen Projekten bedarf immer auch einer gewissen Flexibilität und ist stark vom eigenen Engagement abhängig. Alle Freiwilligen sind angehalten, sich nach ihren Fähigkeiten selber Aufgaben zu suchen. Herausforderungen und Schwierigkeiten entstehen vor allem durch die gegebenen Bedingungen vor Ort, die nicht den gewohnten Standards in Deutschland entsprechen. Aus diesem Grund ist manchmal viel Kreativität, Motivation und Willenskraft gefordert, um im russischen Alltag vorwärts zu kommen. Dies soll aber niemanden entmutigen, denn jede Herausforderung, die gemeistert wird, läßt uns nicht nur unsere Grenzen, sondern auch unsere Möglichkeiten erkennen.
Voraussetzungen
Wir gehen davon aus, dass jeder Bewerber/jede Bewerberin über Grundkenntnisse der russischen Sprache verfügt, soziale Kompetenzen mitbringt und Interesse an der russischen Kultur hat. Erfahrungen mit Osteuropa sind wünschenswert. Voraussgesetzt wird auch eine gewisse Anpassungsfähigkeit im Alltag den russischen Lebensverhältnissen gegenüber. Auch die langen kalten Winter und heißen Sommer sollten einen nicht abschrecken. Finanziell muss mam mit einer monatlichen Eigenbeteiligung zwischen 150 und 250 € rechnen, die Höhe richtet sich je nach den bewilligten Zuschüssen und dem eigenen Bedarf.
Rahmenbedingungen
Die Unterkunft wird von uns gestellt, ein Verpflegungssatz ist im Taschengeld enthalten. Fahrtkosten vor Ort werden nach Bedarf erstattet. Alle organisatorischen Vorbereitungen übernimmt der Eine Welt e.V. Unsere Jahreseinsätze sind als Zivildienst anerkannt.
Verfahren
Nach dem Einreichen einer aussagekräftigen Bewerbung (Lebenslauf und Motivationsschreiben) wird ein Vorstellungsgespräch vereinbart. Nach dem Abschluss des Dienstvertrages ist vor dem eigentlichen Beginn eine Vorbereitungszeit (ab 2009 auch ein pädagogisch betreutes Vorbereitungsseminar) im Eine Welt Verein vorgesehen.
Seit Oktober 2009 sind Jurij Pohl, Robert Meyer und Judith Strelczyk in Samara.
2. WELTWÄRTS gehen in die Ukraine
Wir sind Entsendeorganisation im Rahmen des Programmes “weltwärts”.
Unsere Einsatzstellen befinden sich in Lviv & Shargorod (Ukraine). Bewerbungen bis zum 31.1. des gewünschten Einsatzjahres bei uns postalisch oder per mail einreichen.
Die Unterlagen der Bewerbung sollten einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben enthalten.
Nähere Infos findet ihr im Flyer, den ihr hier runterladen könnt.
Februar 2009…..
Lisa Füchte und Sophie Radtke sind die erst Freiwilligen, die für 7 Monate nach Lviv (Lemberg) gehen, um dort das Projekt “Offenes Herz” für Kinder mit Autismus zu unterstützen. Der Anfang ist nicht leicht, denn beide Seiten müssen sich erst aneinander gewöhnen. Aber Lisa und Sophie leben sich sehr schnell ein und die Mitarbeiterinnen des Projektes versuchen sie in die tägliche Arbeit einzubinden. Es ist nicht immer leicht ohne Sprache zu kommunizieren, aber es ist auch eine der größten Herausforderungen. Lisa und Sophie sind im August 2009 nach Deutschland zurückgekehrt mit vielen positiven Eindrücken, aber auch vielen Anregungen für die weitere Entwicklung des Einsatzes vor Ort. Die Liebe für das Land und die Menschen bleibt in ihren Herzen.
Seit September 2009…..
sind drei neue Freiwillige in der Ukraine: Annegret Becker, Tom Seyffert und Katja Hildmann.
Annegret und Tom arbeiten in Lviv und Katja in Shargorod. In Lviv bestand ein wesentlicher Teil der Arbeit in der Schulbegleitung, der Hausbetreuung und der Gestaltung von Gruppennachmittagen im Zentrum. 
Katja ist in einem Jugendzentrum tätig, in dem momentan hauptsächlich Computerkurse angeboten werden. Dies soll sich aber bald ändern, denn das Jugendzentrum wird erweitert und ausgebaut und beherbergt dann ebenfalls die Wohnung des Freiwilligen/der Freiwilligen. Leider musste die Fertigstellung des Neubaus aufgrund der Finanzkrise vorerst gestoppt werden und wir hoffen, dass bis September 2010 alle Räume nutzbar sind. Hier gibt es dann verschiedenste Möglichkeiten der Beschäftigung und Entfaltung für Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig bieten sich auch eine Menge Möglichkeiten für den Freiwilligen/die Freiwillige. Es können Sportangebote gemacht werden, es gibt einen Proberaum für Bands und Theatergruppen. Ebenso werden weiterhin eine Reihe von Weiterbildungsangeboten durchgeführt und die Jugendlichen können kostenlos im Internet recherchieren.
Im September 2010…
werden sich Johannes, Georg und Julian auf den Weg in die Ukraine machen, um dort ein Jahr die Projekte zu
unterstützen. Im Juni haben sie ihr Vorbereitungsseminar absolviert und dabei die Gelegenheit gehabt sich näher kennen zu lernen, sich auszutauschen und erste Ideen von ihrem Einsatz zu entwickeln.
NEUES PROJEKT IN DER UKRAINE
Willkommen in meiner Welt! Leben mit Autismus
Ein Kooperationsprojekt des Eine Welt e.V. Leipzig, des Bildungs- und Sozialwerkes und dem Kolpingwerk in der Ukraine
In der Ukraine leben Menschen mit Autismus sehr isoliert, meist in Heimen mit 100 bis 200 anderen Menschen mit Behinderung oder in der Familie. Es existiert von staatlicher Seite keine Form der Unterstützung, da Autismus nicht als “Behinderung” bzw. Beeinträchtigung anerkannt ist. Geschuldet ist dies dem mangelnden Wissen über Autismus, vor allem von staatlicher Seite. Betroffene Eltern dagegen haben bereits begonnen, sich mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen. Leider gibt es nur wenig Material (vor allem in ukrainischer und russischer Sprache) anhand dessen sie sich Wissen aneignen könnten. Eine qualitative Förderung ist so nicht möglich. Häufig sind es private Initiativen, wie die des Kolpingwerkes in Lviv (Lemberg), die Angebote machen. Leider basiert auch hier die Förderung nur auf einem rudimentären Fachwissen, welches sich Katharina, die Leiterin des Zentrums “Offenes Herz” auf internationalen Kongressen angeeignet hat. Dies können sich aber nur die wenigsten finanziell leisten. Meist sind es PsychologInnen, wie Katharina oder Ärzte, die mit den Kindern arbeiten. FörderpädagogInnen gibt es keine in der Ukraine.
Positiv ist, dass ein Schulbesuch offiziell möglich ist, praktisch benötigt aber jedes Kind mit Autismus eine Betreuung während des Unterrichts. Dies müssen die Eltern häufig selbst leisten. Seit anderthalb Jahren kommen Freiwillige aus Deutschland über den Eine Welt e.V. Leipzig nach Lviv, um das Zentrum und die Eltern bei dieser Arbeit zu unterstützen und übernehmen die Schulbegleitung einiger Kinder. Leider ist dies nur in kleinem Umfang möglich.
Ziel des gemeinsamen Projektes vom Eine Welt e.V. Leipzig, dem Bildungs- und Sozialwerk und dem Kolpingwerk Ukraine ist zum einen der Transfer von Fachwissen und der Austausch bezüglich der Erfahrungen in der Arbeit und dem Leben mit autistischen Kindern und zum anderen mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.
Im April gab es hierzu ein erstes Treffen zwischen Vertretern des Eine Welt e.V. Leipzig, der Autismusambulanz en Leipzig und Halle und dem Zentrum “Offenes Herz” in Lviv. Verbunden war dieses Treffen mit einer Weiterbildung von 4 Tagen, an der ca. 40 Personen teilnahmen.
Während der Workshops wurde viel diskutiert und Wissen ausgetauscht, so dass die Gäste aus Deutschland mit vielen neuen Eindrücken und ersten Ideen für eine weitere Zusammenarbeit nach Hause fuhren.
Heidemarie Bach (Leiterin der Autismusambulanz Leipzig): “Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Bedürfnisse und die Besonderheiten von Menschen mit ASS in der Ukraine durchaus wahrgenommen werden, aber dass die Qualität und die Quantität der Förderungen, Therapien, Bildungsmöglichkeiten und Wohneinrichtungen noch weit von optimalen Bedingungen entfernt sind.”
Wir vom Eine Welt e.V. Leipzig möchten die weitere Entwicklung in der Förderung von Kindern mit Autismus gemeinsam mit den Autismusambulanzen Leipzig und Halle weiter unterstützen. Im September 2010 findet hierzu ein weiteres Gespräch in Lviv statt, bei dem konkrete Schritte für 2011 geplant werden sollen.
Die Weiterbildung wurde unterstützt durch die Stiftung West-Östliche Begegnung und Aktion Mensch
Bei Fragen zu den Projekten oder den Freiwilligendiensten wendet Euch/wenden Sie sich an die Projektkoordinatorin Martina Glass per mail: martina.eineweltleipzig@gmail.com oder per Telefon: 0341/3010143.
Die Auslandsdienste des Eine Welt e.V. Leipzig sind gelistet bei rausvonzuhaus.de: 









